Jeder einigermaßen internettaugliche Lehrer hat die Geschichte von Herrn Schmihid schon mal erlebt. Wer wie ich über einen Vokal im Nachnamen vefügt und nicht gerade Leutheuser- Schnarrenberger heißt, weiß, dass es beinahe sinnlos ist zu erwähnen, dass man nicht “Frau Deheeeehelz” heißt.
Ein Schmidrevival kann man als frisch ernannter Schulbanddompteur auch erleben. Ursprünglich glaubte ich ja, dass man mit dem heißgeliebten Gospelsong garantiert durchkommt. Plan: Singe Down in the river to pray mit einer Violine, einem Hackbrett, drei Gitarren, drei Cajons, einer Tenorblockflöte, Bongos und engagierten weiblichen Sängerinnen. Prima. Los geht’s.
Also nach dem viertelstündlichen Stimmen diverser Gitarren, dem Einsingen mit “Sohonne Sohonne” und ähnlichem.
Auftakt.
“As I went down….”-
“Frau Delz ist der Auftakt vorbei?”
Jap. Nochmal .”As I went down…” Schredder.
“Äh M, du musst ein klangvolles C spielen, also D auf der Klarinette.”
“Ach so.”
“As I went down to the river to pray….”
“Frau Dehelz, die A. singt falsch!”
“Macht nix, nur Mut.” “AS I went down to the river to prayyyyyyyy.”
“Frau Dehelz, soll ich einfach ne Taktmaschine machen?”
“So war der Plan, J. Nimm doch mal die anderen Cajonspieler und übt das nochmal.”
Abgang der scheppernden Cajons in die Garderobe zu den ratschenden Müttern.
“Frau Deheeeeeeeeeeelz.”
“Ja?” “Aber auf der Geige spiele ich zu hoch.”
“Äh ja, du sollst ja auch die untere Stimme spielen.”
“Hab ich vergessen.”
“Vielleicht singen wir erstmal alle.”
“Okay.”
Ein einigermaßen gelungener Durchlauf später, während der Schülervater noch einmal die Gitarren stimmt.
“Frau Dehelz, F ist ein Barreegriff, oder?”
“Jap.”
“hab ich noch nicht gelernt.”
“Geh zu Herrn G. üben. Wir singen so lange….”
Die Cajonspieler treffen stolz wieder ein. Es kann losgehen.
“As I went down in the river to pray studying about the good oold wayyyyyyyyy and who shall wear the starry crown good Looor….”
“Frau Dehehehehehehelz ist das ein Kirchenlied?”
“Ja, das ist ein Gospel”
“Ah, mit den Schwarzen und so, die Baumwolle pflücken mussten?”
“Ja.”
“Warum sind die nicht weggelaufen?”
“Die singen halt gerne, können wir weitermachen?”
Nicken.
“oh sisters….”
“Frau Dehelz, der J. ist aber nicht meine Schwester.”
“Nachher kommen noch Brüder, zweite Strophe.”
“Dann sing ich aber bei der ersten nicht mit, ich bin kein Mädchen”
“Frau Dehelz?”

“Ja, Leonie?”
“ich heiß nicht Leonie, du musst mir Montag wieder einen Keks mitbringen.” ARRRRRRRRR.
“Gut, was gibts denn?” Du bist ein Adler in den hohen Lüften, du bist frei, sagt Herr Schmihid.
“Frau Delz, bei youtube kam da aber so ein Schuss am Ende”!
“Dann hast du die Filmversion gesehen. Wir singen ohne Schuss.”
“Oh ja, Schuss, Bazooooooooooooooka.”
Eine schrillende Sirene.
“J, warum geht der Feueralarm los.”
“Du hast gesagt, ich soll den Ball wegräumen. Ich hab ihn gekickt und da war der Rauchmelder.”
“Renn zu Frau G. hoch bevor die Feuerwehr kommt.”
Mehrere Eltern entern den Raum und versuchen zwischen trommelnden, flötenden und singenden Schülern den Feueralarm abzustellen. Die Sekretärin kommt angehechtet.
“AS I went down to the river…..”
Hey das klingt gut, also wenn man die Sirene wegdenkt.
Sirene aus. Instrumente einpacken.
“Frau Dehelz, das war voll geil heute.” Hände schütteln.
Mutter am Ende: “So viel Spaß hatten die nie und es klang toll.”
Die Tür fällt zu, Frau G. und ich suchen das Sekretariat auf.
“Ich finde das so toll, dass sie das machen.”
“Äh danke!”
“Wollen Sie einen Lebkuchen?”

Nein, Schnaps!

Daheim, man öffnet die Tür. Der Gast taucht mit Kaffeetasse auf. Gut erzogen der Mann.
“Was hast du denn mit deiner Stimme gemacht?”
Vier Stunden Unterricht und eine Schulbandprobe, Depp.
“Wie wars?”
“Ach gut, mach ich nächsten Freitag wieder!!!”

Home coming

Posted: November 27, 2011 in Uncategorized

Running down these same old roads, asking these same old stupid questions, never trust in anyone and see the world fall into pieces, over and over again. Tired of these cravings to never see the light shine brightly on your nose. On this same forsaken planet every day the sun sets out to rise, every day we forget to hear the laughter of our children drawing pictures in brightful colours. We forget about the blissful moments spent with friends and food and wine. We don’t care to feel the softness of the raindrops, never cease to scream and cry until that very moment that we finally have to say goodbye.

This week I had a mourning friend sitting at my table and through all the pain her heart kept beating warm and joyful. I couldnt even grasp what was happening until she closed the door. But the very next day I could hear the laughter of my students loud and cheerful, their hopes for a better future shining brightly in their eyes. It is these moments that keep us going, just a short glimpse of what we all could become if we sometimes listen to the heart of a friend. Thank you for sharing my friend.

 

Patrona St. Martin

Posted: November 11, 2011 in Uncategorized

Im Land des morgendlichen Isarnebels und  nachmittäglicher Straßencafeorgien mochte statt des Winters bislang nur Sankt Martin durch die Straßen reiten. Er durfte schließlich nicht durch den Wald. Die Forstvorschriften machten St. Martin den Garaus. Ja, vorbei ist es mit den Heiligenlegenden. Heuer muss man komische Telefone im fünften Gewand verkaufen, ein bisschen Bibelfolklore mit Adam und dem Apfelchen draufpacken und zack-fertig ist der Messias. So als reitender Heiliger wird man heute von Forstwirten aufgehalten, damit man den Boden nicht umtrampelt. Ja, damals, zu Martins Zeiten, da gab man noch sein Mäntelchen her und fror mit. Heuer reicht fürs gute Gewissen ein paar Cent mehr für die Bergbauern. Transfairmilch, made in Bavaria.

Ansonsten hat sich ein gewisser Peter Gauweiler hier angekündigt um über die bayrische Zukunft des Euros zu spekulieren. Mir san schließlich mir. Wir brauchen unsere Mäntelchen, falls der Winter doch noch kommt. Ausserdem, seit wann schneits in Griechenland schon? Und wenn, trinken doch eh alle Ouzo, da wirds einem warm. Was schert einen Bayern schon der Rest der Welt. Ist St. Martin nach Haiti gesegelt? Hat er etwa die hungernden sibirischen Bauern unterstützt? Nein, der blieb doch auch in seinem schönen Fronkreisch.

So jedenfalls ist die Welt in Bayern. Gmiadlich. Deshalb geht es uns hier auch so gut. Obwohl ja heuer die Wohnungsnot in München, dank Gentrifizierung, ja der Bayer ist eloquent,  einen Rudolf Mosha..äh St. Martin auch wieder nötig machen würden. Wo doch die armen Studenten, vertrieben durch mäandernde Seniorenstudenten an der LMU, bald ihre Lager samt Tonnenfeuer an der Isar anzünden werden.  Aus der idyllischen Entfernung des Münchner Speckgürtels bleibt der heilige Martin deshalb auch lieber bei uns, samt Ross und sein Mäntelchen kann man unbeschadet nächstes Jahr wieder verwenden. Studenten, san eh olle Preissn.

Ja, der St. Martin. Möge er in Frieden ruhen. Heute wär er out neben all den Bonos, Geldofs und anderen “Wohltätern” dieser Erde. So ein Mäntelchen neben dem teueren Aufwand den eine Angelina Jolie für all die Kinder betreiben muss. Ja, hätt ers halt bei Kik gekauft. Den gibts hier bald auch. Also nachdem die Volksseele Bushido endlich seinen Bambi gönnt. Hat der Mann es doch tatsächlich geschafft, dass manche sich ganz doll integriert haben. Ja, also in Bayern nicht, aber irgendwo da in äh Kreuzberg oder so. Gemeinsamer Schwulenhass scheint die Integration in Randgruppen zu fördern. Oh Sankt Martin, schicke uns deinen Mantel, auf dass wir uns die Augen zubinden können, ob all dieser Helden der Neuzeit.

Tübingen, warum bist du so…..

Posted: Oktober 29, 2011 in Uncategorized

Im Jahre 2 nach meiner Auswanderung von der Insel der Glückseligen, stellt sich ein anderer Betrachtungswinkel ein. Ohne Stocherkähne, Boulanger, ohne das Revolutionsblatt, ohne Palmer, ohne Tübingens Ökowelle, wie sollte man ohne das nur überleben können, dachte ich damals und irrlichterte erst einmal in die nahegelegene Bronx um schließlich ins bajuwarische Ausland zu flüchten.

Zeit für ein Fazit, jetzt, so aus der Ferne und mit mehrmonatiger Abstinenz:

Flusstechnisch lässt sich sagen, die Isar ist interessanter und die Isarauen erholsamer, als die Platanenallee zu Tübingen. Sauberer allemal und der einzige Schwimmer ist man auch nicht mehr. Da kann ich dann beinahe auf den Stocherkahn verzichten.

Nach einer Weile Abstinenz und bloßer Betrachtung machen sich aber doch die gewaltigen Unterschiede zwischen Tübingen und dem Rest der Welt bemerkbar. Ausserhalb der Tübinger Stadtgrenzen scheint es entweder weniger bedrohte Tierarten zu geben, was angesichts meines Naturschutzgebietes samt seltenster  Vogelarten und zig Biberrevieren sich aber leicht widerlegen lässt. Sogar ein Bär hatte sich schließlich schon in die Wälder und Auen Bayerns verirrt. Trotzdem suche ich erfolglos nach Leserbriefen, Bannern, Blogs, die den einheimischen Biber vor seiner Ausrottung durch Windkraftanlagen, Staudämme oder S-Bahnstrecken bewahren wollen. Kommentar zur entlaufenen Kuh Yvonne: Die Leute, die jetzt Hunderte Euros zum Fangen einer Kuh einsetzen, essen nachher bedenkenlos das Billighackfleisch vom Discounter. Ich sag ja, vernünftig sans die Bayern.

Bei uns scheint BMW wohl keine Teststrecken bauen zu wollen. Könnte natürlich daran liegen, dass wir das Naherholungsgebiet gestresster BMW-Manager sind, oder BMW lieber seine Autos gleich auf die Autobahn heizt.

Vielleicht gibt’s keine Grünen hier? Äh doch, die Lokalpresse jedenfalls berichtete enthusiastisch von der ersten Verleihung des Sepp Daxenberger Preises und mein Gemüse kann ich hier von mehr demeter-Höfen einkaufen, als Tübingen Brillenläden hat. Mein Buchhändler vercheckt Bioprodukte, die einheimische Dekomafia Feinstes aus den Ölbeständen sämtlicher Blumenverwerter Europas und meine Apotheken setzen ganz auf Schüsslersalze und Naturmedikamente im Schaufenster. Grün, grüner, Bayern. Warum die Grünen hier nicht haushoch siegen, wird mir ein Rätsel bleiben. Kann aber daran liegen, dass die örtliche CSU Bürgermeisterin grüner als mancher baden-württembergische Grüne ist und das ganz ohne Buttonfolklore und Tagblattleserbriefseiten. Blaue Jackets überlässt sie auch lieber der hier spazierengehenden Prominenz aus Funk und Fernsehen, die ihre stressgeplagten Körper gerne in Jack Wolfskinjacken packen um die Isarauen oder die nahen Berge als Burnoutprophylaxe zu erwandern. Und das Ganze zum selben Mietpreis wie in Tübingen, dafür ohne Marktplatzskandale und marktschreierische “ich muss mal wieder auf ne Demoparty”-Anwandlungen.

Ja, wenn man auf ihr sitzt, auf der Insel unserer blauen Studienabgänger und Berufsökos, dann merkt man gar nicht, dass der Rest der Welt lieber macht, als demonstriert, lieber wandert, als schriftstellerisch die Tauben schützt. Ich warte ja aus sicherer Entfernung noch auf das Eintreffen der #occupytuebingen-Bewegung. Dauert ja so ne Weile, bis die Flaschenpost den Neckar runter kommt. Aber vielleicht braucht Tübingen das ja auch nicht. Daueraufgeregt und des Demotourismusses überdrüssig sitzt man wahrscheinlich dann doch am einzigen Ort, der mir bisweilen fehlt. Denn eine Kneipe mit 40 Whiskysorten hab ich noch nicht ausfindig gemacht. Und manch ein Inselbewohner fehlt mir ja dann doch. Liegt glaub ich aber weniger an der Stadt, als am einzelnen.  Denen sei aber zugerufen, dass in meiner Haus und Hofvilla, auch als Anthroposophenhaus verschrien immer ein Plätzchen frei ist. Nur die Buttons, die muss man vor der Tür abgeben.

Wow, wahnsinniger Titel, was? Aber ernsthaft?Wer mich kennt, braucht hier jetzt nicht mehr weiterlesen. Das Ganze ist nur für meine neuen Freunde.  Worum geht’s denn in diesem feinen angeblich bezahlten Blog? Um den Mossad, um Handcreme, oder Sojasprühsahne?

Abseits davon, dass ich Euch hier mit catcontent zuspammen könnte, hier mal ein Beispiel schöner Unterhaltung für die Kugelplusfreunde, die nun meinen blog lesen müssen. Oh und ich vergaß, die Verschwörungstheoretiker von facebook mögen das sicher auch, hier für Euch:

Nee? Warum schreibe ich dann diesen Blog? Man könnte mir natürlich auch Weltherrschaftspläne samt Veganisierung der Welt vorwerfen. Oder ganz simpel, dieses Motiv hier:

 

 

Aber vielleicht bin ich auch insgeheim der weleda CEO, der Euch mittels eines mäßig spannenden Blogs über Bayern, komische Menschen in Tübingen und Heilbronn informieren möchte, die er dann mittels einer Zitronenhandcreme missioniert, auf dass alle endlich einsehen, dass jeder, der eine Firma mag, ganz bestimmt von dieser bezahlt wird, rofl. Alternativ bin ich garantiert aber Mitglied beim Mossad, unterhalte schräge Beziehungen zu Anthroposphen und bin eine tickende Eurythmiezeitbombe, schwarzer Gürtel, achter Dan. Ich teile Euch das auch nur mit, weil es morgen jemanden geben wird, der selbiges auf seinem christlichen Nächstenliebeblog, das von Hunderttausenden gelesen wird, ohnehin mitgeteilt wird. Liebes twuetopia, ihr habt eine Schläferin unter Euch, meine Waffen sind Sanddornduschmittel und ausserdem bin ich Westerwelles Cousine nur weil ich nicht mit der DKP demonstrieren mag. Trivial? Noch viel zu intelektuell für den Unsinn, den man sich an einem Krankheitstag so im Netz reinpfeifen muss.
In diesem Sinne,schnell wieder Catcontent. I-A-O:

Oh, ich vergaß. Die liebreizenden Tierchen sind keine gespaltenen Persönlichkeiten, haben leider keine Fanpage, auch keinen eigenen blog, heißen Alberich (ja, hab ich vom Tatort geklaut) und Eric. Letzterer verdankt seine Namensgebung einer Teenagerin mit einer Passion für schwedischstämmige Vampire.
Ups, schnell Prioritäten setzen, gleich kommt Tatort. Verkrafte ich ganz ohne Globuli. Und hey:

KÖNNT IHR JETZT WIEDER WOANDERS HINGEHEN?

So ein Tag, so…

Posted: Oktober 14, 2011 in Uncategorized

Weleda


Es kreischen die Stimmbänder, die Zehen werden nicht mehr warm, die Nase juckt und die Knochen melden Alarm. Nein, ich bin nicht reif für’s Seniorenheim. Das bayrische Oktoberwetter lässt nichts aus. Mittags Straßencafealarm samt T-Shirt, nachdem man morgens überlegt wo der Scheibenkratzer wohl hin ist. Abends hofft man, dass die auf dem letzten Loch pfeifende Heizung der Villa (O-Ton der Chef) durchhält. Pfiffig pfeifen, pfäffische Pferde, pflegend Pflüge, pferchend Pfirsiche. Ich erkläre besser nicht, was es damit auf sich hat, aber es hilft dem momentan nach Tetesept Erkältungsbad schreienden Körper wenig. Während auf dem roten Planeten nur noch das Asthmaspray samt Chlorhexamed die Besatzer am Leben hält, versucht sich unsereins noch ganz irdisch mit den von @eldersign verachteten Kügelchen.
Nein, ich bin kein Mann, aber Kruzifix ich darf auch mal krank jammern! So. Denn nach einem Vormittag im Wald, als Märtyrer eigener hochwertiger pädagogischer Ziele samt nassen Füssen, meldet sich nun das eigene Immunsystem zu Wort und verlangt nach Erkältungsbad, Arnikawickel, Fleecedecke und einem pädagogisch unwertvollen Krimi um die Mordlust in die Flimmerkiste verlagert zu wissen. Es geht doch nix, über einen Krimi mit einer mir unbekannten amerikanischen Ermittlungseinheit, samt Punkerin als Labortechnikerin. So, wer rausfindet, welchen Schund ich heute schauen werde, darf mir dann auch ein warmes Bier kochen. Hatschi!

Star Trek in Bavaria

Posted: Oktober 12, 2011 in Bavaria


Nach nur zweieinhalbmonatiger Eingliederungsbeihilfe durch die bayrische Landbevölkerung mittels eilends herbeigeeilter Umzugshelfer, italienischer Kaffeelieferanten und einer Einführung in das heimische Verkehrswesen (Blutstreifen) wurde ich eilends eingebürgert. Abreise verweigert und eingemeindet. Der Postbote findet mich trotz abwesender Briefkastenbeschriftung mit der Heimlist eines bajuwarischen Bullen von Tölz wieder, btw, wie die Tölzer nicht müde werden zu erwähnen, gibt es gar keine Kripo in Tölz. Wozu sollte diese beschauliche Gegend denn auch eine Kripo brauchen, lebt der nun 70 gewordene König von Bayern ja kameraüberwacht und von den Gebirgsschützen flankiert sicher und friedlich in Wolfratshausen. Ja, Wolfratshausen. Eine Kirche, lustige Beleuchtung, ein demeterladen und es werden sogar sämtliche Güter für die esoterischen Belange in kleineren Familien geführten Läden feil geboten, als hätte Steiner seinerzeit dort das gelobte Land ausgerufen.
Allerdings ist Räucherware im Sortiment hier auch dringend vonnöten, spuken doch so einige einzigartige Wesen hier durch das beschauliche Voralpenland. Wer annimmt, dass einen hier die Langeweile hinraffen wird, dem sei dann doch mal der Konsum vom Bullen von Tölz warm ans Herz gelegt. Hippies, Transgenders, eingefleischte Bierzeltadjutanten in der Lokalpolitik, schwäbische Einwanderer, betagte Münchnerinnen mit Kehrwochenallergie, alles dabei. Auf der Suche nach einem bajuwarischen Gemüt fand ich nur eine ohnehin schon bekannte Bayerin, die bei meinem Herzug schnell nach Augsburg emigrierte.
Und wer glaubt, dass die Bayern nur auf Hackbretterln spielen oder zünftig in die Trompete blasen, dem sei gesagt, nix da. Es schalmeit abenteuerlich von den Kulturbühnen mit tiefgängigem Liedgut. “Mogst mi oder mogst mi net”, im Staccatorythmus und der wohl meist gestellten Frage aller Fragen:

“Weil wenn d mi net mogst, mogst mi denn doch vögeln?”

Ja, da ist dann auch 42 keine Antwort mehr. Und zum Thema Weltenraum fällt dem Bayern dann doch ganz postmodern die Titelmelodie von Star Trek ein, immerhin ganz selbstbewusst mit den Worten: Jo mei, Sie ham doch Weltraum gsagt. Aber auch meine Anwesenheit blieb für die Umgebung nicht ganz wirkungslos, werde ich doch nun täglich mit den Worten konfrontiert: Können wir dann jetzt veschbern, oder wie sagt man da, wo Sie herkommen?